Samuel Hahnemann
Übersetzer, Wissenschaftlier, Arzt, Psyhotherapeut, Visionär, Okkultist und
Begründer der Homöpathie

 

Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, war ein deutscher Arzt, medizinischer Schriftsteller und Übersetzer. Er wurde 1755 in Meißen geboren und starb 1843 in Paris.

Er war das dritte Kind des Meißner Porzellanmalers Christian Gottfried Hahnemann und seiner Frau Christiana Johanna Spiess.
Trotz der bescheidenen Verhältnisse, in denen Hahnemann in Meißen aufwuchs, erhielt der aufgeweckte Junge eine gute Schulbildung und hatte das Glück, ein Stipendium an der Fürstenschule St. Afra zu bekommen.

Dies eröffnete Samuel Hahnemann die Möglichkeit, ab 1775 zunächst in Leipzig und später in Wien Medizin und Chemie zu studieren.
Auf finanziellen Gründen trat er 1777 eine Stelle als Bibliothekar und Leibarzt des Statthalters in Siebenbürgen und Hermannstadt an, eine gute Stelle, die er ebenfalls durch glückliche Umstände erhielt. In dieser Zeit wurde er auch in die Freimaurerloge aufgenommen.
1779 schloß Hahnemann dann sein Medizinstudium in Erlangen mit der Promotion ab und praktizierte in den darauffolgenden Jahren als Arzt, Übersetzer, Chemiker, Schriftsteller und Psychotherapeut in Nord- und Mitteldeutschland.

1782 heiratete er die Apothekerstochter Johanna Leopoldina Henriette Küchler, mit der er elf Kinder bekam.

Charakteristisch für Hahnemanns Leben war besonders in der Anfangszeit seiner beruflichen Tätigkeit ein "Hin- und Her-gerissensein zwischen der Notwendigkeit, seinen Lebensunterhalt verdienen zu müssen, zudem für eine wachsende Familie zu sorgen und seinem Drang, freischaffend schriftstellerisch und forschend tätig zu sein.
Aus einer gewissen "Rastlosigkeit" folgten viele Stellen- und Ortswechsel, mehrere Male schloß er vorübergehend seine medizinische Praxis, da sie sich als unrentabel erwies, es gab Auseinandersetzungen und Konfrontationen mit der etablierten Medizin und seine interdisziplinare Tätigkeit wurde oft kritisiert und missverstanden.
Hahnemann war teils aus Interesse und Fleiß, andererseits auf einer Notwendigkeit heraus in vielen verschiedenen Bereichen interdisziplinär tätig, und genau dies bereitete aber im Endeffekt auch den Boden für die Entstehung der Homöpathie. 

Anfänge der Homöopathie und Psychotherapie


Den gesellschaftlich anerkannten Medizinern war der vielseitig interessierte Hahnemann schon lange ein Dorn im Auge: in seinen Artikeln kritisierte Hahnemann scharf die allgemein anerkannten Behandlungsmethoden wie Aderlässe, Einläufe und weitere Maßnahmen.
Er sah diese als schädlich an und rief die Bevölkerung zu mehr Hygiene auf und riet zu einer gesunden Lebensweise - damit verärgerte er die etablierten Ärzte.

Im Jahre 1790 übersetzte Hahnemann, der übrigens die arabische, hebräische, griechische, lateinische, französische und englische Sprache in Wort und Schrift beherrschte,
die "Materia Medica" von Dr. William Cullen aus dem Englischen ins Deutsche und stieß in diesem Zusammenhang auf die Chinarinde, die von Dr. Cullen zur Behandlung von Malaria empfohlen wurde.

Er begann, sich ausführlich damit zu befassen und war so gefesselt, dass er die Chinarinde im Selbstversuch an sich testete, indem er mehrere Tage hintereinander täglich eine geringe Menge Chinarinde einnahm, um deren Wirkung zu testen. 

Tatsächlich entwickelte er während der Einnahme Symptome, die der einer Malariakrankheit ähnelten, kurz nach dem Absetzen der Chinarinde verschwanden diese wieder.
Von dieser Entdeckung wiederum war Hahnemann so fasziniert,dass er anschließend an weiteren freiwilligen Testpersonen die Wirkung der Chinarinde, sowie weiteren Substanzen wie beispielsweise Arsen und die Tollkirsche in einer verdünnten Dosierung testete, nachdem er mit der Chinarinde auch bei anderen ähnliche Ergebnisse erzielt hatte.

Aufgrund der Testergebnisse kam er schließlich zu der Schlussfolgerung, dass Stoffe, die ein bestimmtes Leiden auslösen, auch gleichzeitig bei der Behandlung einer Krankheit helfen können, die eben diese Symptomatik aufweist.

Darüber hinaus machte er die Beobachtung, dass ein Mittel umso besser half, je höher der Grad der Verdünnung war, in der das Mittel verabreicht wurde. Die Homöpathie und die Praxis der Potenzierung waren geboren!

Dies war der Beginn von jahrelangen Forschungen Hahnemanns mit sehr vielen unterschiedlichen Substanzen in Bezug auf verschiedene Krankheiten.

Sein gesammeltes Wissen brachte Samuel Hahnemann schließlich 1810 in seiner Schrift "das Organon der Heilkunst" heraus, das auch heute noch die Basisschrift für angehende Homöopathen bildet.

1811 bekam Hahnemann in Leipzig einen Lehrstuhl angeboten, seine Heilmethode hatte sich verbreitet, wurde bereits von vielen als neue Heilkunst gefeiert und er hatte viele Schüler.

1830 starb Hahnemanns Frau Christina. Vier seiner Töchter unterstützten ihn von da an in seiner Praxis.

1832 -Herausgabe der heute ältesten Zeitschrift zur Homöopathie "Allgemeine homöopathische Zeitung"

1834 lernte er die 45 Jahre jüngere Malerin Mélanie d'Hervilly kennen, die als Patientin in seine Praxis gekommen war. Kurz darauf zog Samuel Hahnemann zu Melanie d'Hervilly nach Paris, wo sie 1835 heirateten. Dort arbeitete er als angesehener Arzt bis zu seinem Tod am 02. Juli 1843. Melanie Hahnemann war die erste weibliche praktizierende Homöopathin.

Die Grabinschrift von Samuel Hahnemann lautet auf eigenen Wunsch: "non inutilis vixi - ich habe nicht unnütz gelebt". Später wurde Hahnemann zum Ehrenbürger der Stadt Meißen ernannt.

Die homöopathischen Lehren haben viel Kritik und wurden teilweise wie im Naziregime, vollständig verboten.
200 Jahre nach der Gründung der Homöopathie verbreitet sich die sanfte Heilmethode weltweit immer mehr.

"Aude sapere - wage es, weise zu sein"
Wahlspruch S. Hahnemanns