Potenzen -Potenzierung



Prinzip


Das Prinzip der Potenzierung basiert auf der (zufälligen) entscheidenden Entdeckung Samuel Hahnemanns anlässlich seiner medizinischen Experimente, dass eine Substanz umso wirkungsvoller ist, je stärker sie verdünnt wurde.

Entscheidend beim Prozess der Verdünnung ist, dass sie durch Zufuhr von Energie erfolgt - also durch Verschütteln oder Zerreiben - im Gegensatz zu einer bloßen Verdünnung mit einer Flüssigkeit.

Der Prozess der Potenzierung verringert die Anzahl der Moleküle und erhöht laut Hahnemann gleichzeitig die Heilkraft der Substanz, die als Information erhalten bleibt.

Die richtige Dosierung des Medikamentes gilt als das dritte der drei homöopathischen Grundprinzipien: 
Die Kunst eines erfahrenen Homöopathen bestehet einerseits darin, durch eine ausführliche Anamnese den richtigen Wirkstoff für die Person und das Leiden herauszufiltern, andererseits auch die individuelle Dosierung, also die Potenz des Wirkstoffes zu ermitteln, der eingesetzt werden soll.

 

Herstellung-Verfahren


Das konkrete Verfahren der Potenzierung von Substanzen läuft auch heute noch immer manuell und nach der von Samuel Hahnemann entwickelten Methode ab:

Schritt 1  Herstellung einer Urtinktur
Pflanzliche oder tierische Rohstoffe werden mehrere Wochen lang in Weingeist, also Alkohol eingelegt, mineralische Rohstoffe werden gründlich und fein pulverisiert und anschließend ebenfalls in Weingeist eingelegt. Die so entstandene Flüssigkeit wird als Urtinktur bezeichnet und ist der Ausgangsstoff für die Potenzierung, also die stufenweise Verdünnung.

Schritt 2  Potenzierung auf Basis der Urtinktur
Je nach Potenzierung werden einem Tropfen der Urtinktur entsprechend viele Tropfen Weingeist hinzugefügt. Bei der Potenz D1 beispielsweise kämen auf einen Tropfen Urtinktur 9 Tropfen Weingeist. In einem verschlossenen Gefäß wird die Mischung dann entsprechend oft per Hand verschüttelt - bei Potenzierung D1 würde die Mischung dann beispielsweise 10 Mal per Hand laut Tradition auf ein Buch mit Ledereinband geschlagen und so verschüttelt. 
Anschließend erfolgt ggf. die nächste Potenzierungsstufe - die Substanz wird weiter verdünnt, indem wiederum 1 Tropfen der neu entstandenen Mischung mit 10 Tropfen Weingeist nach dem gleichen Verfahren vermengt wird usw. Die entsprechende Potenz hieße in unserem Fall dann D2.

Der so hergestellte Wirkstoff wird dann entweder als Tinktur flüssig oder mit einer Trägersubstanz in Form von Globuli verabreicht.

 

Anwendung

 
Unterschiedliche Potenzen haben unterschiedliche Wirkungen.

Wie schon erwähnt gehört es nicht nur zur Kunst eines erfahrenen Homöopathen über eine ausführliche Anamnese zu ermitteln, welche Substanz in einem bestimmten individuellen Fall zur Behandlung geeignet ist, sondern auch, in welcher Dosierung ein homöopathisches Medikament verabreicht werden soll, um seine optimale Wirkung zu entfalten.

Eine Richtlinie sind hierbei die sogennanten Tief, Mittel - und Hochpotenzen

Grundsätzlich kann man sagen, dass man mit tiefer potenzierten Heilmitteln eine relativ breit gestreute Wirkung erzielen kann, die allerdings auch relativ schwach wirken kann.
Diese Methode ist daher auch speziell für eine Selbstbehandlung sehr gut geeignet.

Mit höher potenzierten Wirkstoffen kann eine schnelle, sichere und gezielte Wirkung erreicht werden, wenn diese genau zu den Krankheitssymptomen passen. Diese Methode ist auch besonders sanft und besonders für sehr erfahrene Homöppathen sehr gut geeignet. 

Darüber hinaus sind zum Einsatz verschiedener Krankheitsbereiche geeignet:
Tiefpotenzen für rein physische also auf "grober" Ebene, mittlere Potenzen auf physischer und seelisch-geistiger Ebene, Hochpotenzen auf seelisch-geistiger und energetischer Ebene.

Hier eine Übersicht über die Wirkungsweise der verschiedenen Potenzen:

Urtinktur bis D4
Bei diesen Tinkturen kann man noch nicht von Homöopathie sprechen, da die Wirkstoffe noch soweit in ihrer usprünglichen Form erhalten sind, dass eine direkte Wirkung im Sinne der Schulmedizin, der Allopathie oder der Pflanzenheilkunde erzielt wird.

Tiefpotenzen D6 - D12
Relativ breit gestreute Wirkung, insgesamt schwächere Wirkung
Wirkung auf rein physischer Ebene -"grobstofflich" akute körperliche Beschwerden
Für Selbstbehandlung geeignet

Mittelpotenzen D13 - D30
Wirkung auf physischer und seelisch-geistiger Ebene - "grob- und feinstofflich"
Gut geeignet für psychosomatisch bedingte Erkrankungen, da sie sowohl auf körperliche, als auch auf geistige einwirken.
Verschreibung durch erfahrene Homöopathen

Hochpotenzen über D30
Schnelle, sichere und gezielte Wirkung, muss genau zu den Symptomen passen.
Wirkung auf seelisch-geistiger und energetischer Ebene - rein "feinstofflich"
Für erfahrene Homöopathen, zur Behandlung geistiger Zustände, auch für eine Behandlung nach Konstitutionstypen

 

Tabellen

Potenz-Reihen

Die D-Reihe ist die mit den

Bei höheren Potenz-Reihen wird

Am häufigsten werden in der Praxis höhere D-Potenzen (D6-D12) und

C-Potenzen eingesetzt.

 

Reihe

Verdünnung

 

 

D

1:10

C

1:100

M

1:1000

XM

1 :10.000

LM

1 :50.000

Q

1 :50.000

CM

1 :100.000

 

 

 

 Potenz-Stufen

 Potenz-Stufen am Beispiel der D-Reihe

 

Stufe

Verdünnung

Flüssigkeitsmenge

Anmerkung

 

 

 

 

D1

1:10

 

 

D2

1:100 (10 hoch 2)

Teelöffel

 

D3

1:1000

5 EL

Kann immer noch giftig sein

D4

1:10.000

Zwei Trinkgläser

Unbedenklich auch bei stark giftigen Urtinkturen

D6

1:1.000.000

1 kleine Mülltonne

Häufigste niedrige Potenz

D12

1:1.000.000.000.000

25 große Schwimmbecken

Beliebte Niedrigpotenz

D30

1:1 (+30 Nullen)

50 x Erdvolumen

Kaum noch Atome nachweisbar

 

 

 

 

Achtung:


Urtinkturen giftiger Ausgangssubstanzen sind giftig!
Erst nach mehr oder weniger starker Verdünnung kann man sie nicht mehr als giftig bezeichnen.